Hohe Erbschaften zur Umverteilung nutzen und damit die Meritokratie fördern.
Die weitgehend steuerfreie Vererbung sehr grosser Vermögen in der Schweiz zementiert Chancenungleichheit und widerspricht modernen meritokratischen Werten. Eine Erbschaftssteuer auf Millionenvermögen schafft einen nötigen Chancenausgleich und stärkt die Leistungsgesellschaft für kommende Generationen.
Die weitgehend steuerfreie Vererbung sehr grosser Vermögen in der Schweiz zementiert Chancenungleichheit und widerspricht modernen meritokratischen Werten. Eine Erbschaftssteuer auf Millionenvermögen schafft einen nötigen Chancenausgleich und stärkt die Leistungsgesellschaft für kommende Generationen.
Problem
- Wenn grosse Vermögen über Generationen nahezu unvermindert weitergegeben werden,…: Wenn grosse Vermögen über Generationen nahezu unvermindert weitergegeben werden, entstehen faktische ökonomische Dynastien.
- Vermögen durch Erbschaft untergräbt Prinzipien einer meritokratischen Ordnung, i…: Vermögen durch Erbschaft untergräbt Prinzipien einer meritokratischen Ordnung, in der Erfolg in erster Linie auf Fähigkeiten, Arbeit und Verantwortung beruhen soll.
- In der Schweiz werden jährlich rund CHF 100 Milliarden vererbt – mehr als der ge…: In der Schweiz werden jährlich rund CHF 100 Milliarden vererbt – mehr als der gesamte Bundeshaushalt. Doch die Erbschaften sind extrem ungleich: Zwei Drittel der Summe gehen an nur 10% der Erben. Dies zementiert die soziale Kluft massiv.
- In der Schweiz sind bis zu 80% der Superreichen durch Erben zu ihrem Vermögen ge…: In der Schweiz sind bis zu 80% der Superreichen durch Erben zu ihrem Vermögen gekommen – weit mehr als etwa in den USA (ca. 30%). Es entstehen moderne Dynastien, die Kapital kontrollieren, ohne es selbst erarbeitet zu haben.
- Erben ist heute eine Sache von Pensionierten. Nur noch rund ein Fünftel der Erbe…: Erben ist heute eine Sache von Pensionierten. Nur noch rund ein Fünftel der Erben ist unter 50 Jahre alt. Das Kapital verharrt bei der ältesten Generation, statt in Bildung, Start-ups oder Innovationen der jüngeren Generation zu fliessen, die es dringend bräuchte.
Solution
- Sehr grosse Erbschaften werden besteuert, alles darunter bleibt steuerfrei. So b…: Sehr grosse Erbschaften werden besteuert, alles darunter bleibt steuerfrei. So bleibt normales Familienvermögen geschützt, während extrem konzentrierte Vermögen einen Beitrag ans Gemeinwohl leisten.
- Die Einnahmen werden zur Steuersenkung für tiefe Einkommen genutzt, damit mehr M…: Die Einnahmen werden zur Steuersenkung für tiefe Einkommen genutzt, damit mehr Menschen die Chance haben, ein Vermögen aufzubauen, was die Resilienz der Gesellschaft verbessert.
- Damit die nationale Erbschaftssteuer ihr volles Potenzial entfaltet und nicht zu…: Damit die nationale Erbschaftssteuer ihr volles Potenzial entfaltet und nicht zu Kapitalflucht führt, muss die Schweiz aktiv eine internationale Mindest-Erbschaftssteuer für Multimillionäre (nach Vorbild der OECD-Mindeststeuer) fördern.
- Die Einnahmen werden mindestens zur Hälfte für die Reduktion der Einkommenssteue…: Die Einnahmen werden mindestens zur Hälfte für die Reduktion der Einkommenssteuern verwendet, damit Arbeit belohnt wird und mehr Menschen ein Vermögen aufbauen können.
- Die Erbschaftssteuer wird mit moderaten Sätzen eingeführt. z.B. mit 2 - 4 %. Dad…: Die Erbschaftssteuer wird mit moderaten Sätzen eingeführt. z.B. mit 2 - 4 %. Dadurch profitieren alle und ein solcher Steuersatz würde auch von den Reichen getragen.
Benefit
- Stärkung der Meritokratie, Leistung bleibt der zentrale Motor sozialen Erfolgs. …: Stärkung der Meritokratie, Leistung bleibt der zentrale Motor sozialen Erfolgs. Grosse Vermögen, die rein zufällig übertragen werden, verlieren an strukturellem Einfluss.
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Discussion
- Luca Steiner (2026-07-09): Ich denke der Initalansatz muss nicht einmal gross sein. Der wichtigste Schritt ist dass wir die Struktur haben jede Art von Wert zu definieren. Solange Reiche Banken dazu bitten können zu Ihrem Gute Schulden aufzunehmen und das ganze Geld in Wertpapiere gestopft werden kann, bringt da noch irgendwelche Besteuerung nichts. Kurzgesagt: Initial kann der neue Komplettsteuerfuss eher tief angesetzt werden. Das wertvolle ist die Infrastruktur/Katagorisierung vom Vermögen. Der Reichenabzug ist nur eine Angstmacherei. Reiche sind hier wegen 1. Lebensqualität 2. Bildungsanschluss 3. Umgebung/Umwelt 4. Zentralität. Besonders bei einem ""Schweizer Patrioten"" muss man sich schon stark den Kopf kratzen wenn der sagt er müsse aus dem Land fliehen wenn er immernoch reich bleibt.
- Stefan Jauk (2026-07-06): Eine Erbschaftssteuer wäre schon lange angenommen worden, wäre diese moderat. Für mich ist nicht klar, weshalb man nicht z.B. gestaffelte Sätze von 0 bis 5 % definiert. Mit diesen Sätzen würde man auch das Abwandern ins Ausland minimieren.
- ↳ Albus Peterer (2026-07-06): Und was bringt dieses Geld? Hast du das Gefühl, dass eine Umverteilung wirklich etwas ändern würde? Meiner Meinung nach verfügt der Staat bereits über genügend Geld. Viel eher sehe ich Verbesserungspotenzial bei den Prioritäten und der Budgetierung. Ich wette mit dir, dass höhere Steuereinnahmen nicht zu einer stärkeren Umverteilung führen würden, sondern vor allem zu mehr Stellen beim Staat, ohne einen nennenswerten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.
- ↳ Stefan Jauk (2026-07-06): @Albus: Was meinst du mit der Aussage, dass unser Staat bereits über genügend Geld verfügt? Die Schweiz hat Schulden in der Höhe von 140 Milliarden. Jetzt benötigen wir zusätzliches Geld für die 13. AHV und gegebenenfalls bald für die Armee. Wir brauchen also Geld. Und wieso nicht etwas weniges (ganz wichtig!) von denen die einfach so Geld erhalten? Ich habe vor 10 Jahren auch eine grosse Summe geerbt. 3 % Abgabe hätte ich in Ordnung gefunden.
- ↳ Albus Peterer (2026-07-06): Staatsschulden lassen sich nicht mit privaten Schulden vergleichen. Finanzpolitisch sind die 140 Milliarden Franken des Bundes legitim. Doch die entscheidende Frage ist: Warum muss für die 13. AHV-Rente die Mehrwertsteuer erhöht werden, wenn beim Staat selbst massives Sparpotenzial brachliegt? Das Problem ist nicht fehlendes Geld, sondern mangelnde politische Effizienz. Statt über neue Steuerquellen zu debattieren, braucht es wirksame Reformen: Wir müssen das Berufspolitikertum eingrenzen und Personen mit echter privatwirtschaftlicher Erfahrung bevorzugen. Zudem kennt die Schweiz bereits eine Vermögenssteuer, die weltweit fast einzigartig ist. Selbst wenn eine Erhöhung um wenige Prozentpunkte moderat klingt: Es gibt keine Garantie, dass diese Zusatzeinnahmen am Ende zweckgebunden für beispielsweise die AHV eingesetzt werden. Genau hier liegt das strukturelle Problem.
- Albus Peterer (2026-06-25): Die Probleme sind real, die vorgeschlagene Lösung jedoch diskussionswürdig. In der Privatwirtschaft besteht kein direkter Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Nutzen und Einkommen. Das ist nicht ideal, aber Realität. Nehmen wir Roger Federer als Beispiel: Durch aussergewöhnliche Leistungen hat er mit seinem Team ein Milliardenvermögen aufgebaut. Dieses Vermögen wurde bereits besteuert oder befindet sich teilweise in Unternehmen. Wer ein solches Vermögen erwirtschaftet, sollte grundsätzlich auch entscheiden dürfen, wie es verwendet oder vererbt wird. Die negativen Folgen grosser Erbschaften sollten dort bekämpft werden, wo sie entstehen. Beeinflusst Vermögen die Politik, braucht es mehr Transparenz. Fehlt Kapital für Bildung und Innovation, sollten Investitionsanreize geschaffen werden. Droht steuerliche Abwanderung, braucht es attraktive Rahmenbedingungen. Entscheidend ist nicht die Herkunft des Vermögens, sondern wie es eingesetzt wird.
- ↳ Oliver Herren (2026-06-26): Breitere Verteilung schafft mit 100 % Wahrscheinlichkeit mehr gesellschaftlichen Nutzen Der Grenznutzen des 100. Millionenfranken für einen Erben ist faktisch null. Dieselbe Summe, via Einkommenssteuersenkung, Bildungsinvestition oder Innovationsförderung auf viele Menschen verteilt, erzeugt messbar höheren Gesamtnutzen. Das ist keine Ideologie, sondern Standardökonomik (abnehmender Grenznutzen). Die Wahrscheinlichkeit, dass Umverteilung mehr Wohlfahrt stiftet als dynastische Konzentration, ist nicht «hoch» – sie ist strukturell 100%.
- ↳ Albus Peterer (2026-07-04): Ich stimme deinen Argumenten grundsätzlich zu. Ebenso unterstütze ich den Ansatz der Meritokratie. Wo ich persönlich zwiegespalten bin, ist bei der Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass sich dieser Ansatz tatsächlich umsetzen lässt. Für mich ist das vergleichbar mit Korruption. Wir können uns einig sein, dass Korruption schlecht ist und mit aller Kraft bekämpft werden sollte. Trotzdem ist sie nicht nur ein Phänomen der Gelegenheit, sondern tief im Wesen des Menschen verankert. Ähnlich sehe ich das Verhältnis von Geld zu gesellschaftlichem Nutzen. Meiner Erfahrung nach lassen sich solche Paradoxe zwischen Wollen und Sein am besten dadurch angehen, dass man sie anerkennt und rund um das Geschehen gezielt eingreift, um ihre negativen Folgen einzudämmen. Der Versuch, sie vollständig zu eliminieren, kann indirekte Folgen haben, die am Ende neue Probleme schaffen. Ich bin gespannt auf weitere Ansätze. Die aktuell diskutierten Ideen scheinen mir jedoch nur begrenzt realisationsfähig.
- ↳ Albus Peterer (2026-07-05): Menschen mit tiefem Einkommen zahlen bereits wenig Einkommenssteuern. Ihr Vermögensaufbau wird eher durch AHV, Mehrwertsteuer, Krankenkassenprämien sowie Mindset und Arbeitsmoral gebremst. Bei grossen Erbschaften ist Vermögen oft im Familienunternehmen gebunden. Eine hohe Erbschaftssteuer kann Aktienverkäufe erzwingen, dem Unternehmen schaden und Arbeitsplätze gefährden. Generell gilt: Je grösser eine Organisation wird, ob Unternehmen oder Staat, desto träger werden Entscheidungen und desto weniger effektiv wird Kapital oft eingesetzt. Genau hier widerspricht sich deine These: Familien müssten Vermögen an Personen abtreten, die weder Leistung, Risiko noch Verantwortung für dessen Entstehung getragen haben, aber danach darüber entscheiden dürfen. Deshalb ist Kapital bei Leistungsträger:innen, Familien und Bürger:innen meist besser aufgehoben als in grossen zentralen Strukturen. Deine Argumente sind spannend, zielen für mich aber an der eigentlichen Hebelwirkung vorbei.
- Dario Miglioretto (2026-02-15): Ich wäre dafür, dass vom Erbe erst einmal der Anteil an den Staatsschulden abgezogen wird - Zweckgebunden zur Schuldentilgung. Zur Sozialverträglichkeit und um eine gewisse Progression zu erreichen kann ein Freibetrag (kein Abzug bei niedrigerem Erbbetrag) und ein Mehrfachbetrag definiert werden (doppelt, 3. 4, 5, x-fach je nach Level des Erbbetrags. Die Abgabe muss immer zur Schuldentilgung verwendet werden - kein Selbstbedienungstopf für Parlament, Parteien und Lobbyisten! Über Zeit könnte die Erbschaftssteuer entfallen, falls die CH Schuldenfrei wird und bleibt. Sofern eine Erbschaftsabgabe etabliert ist, kann sie in anderer Form weitergeführt werden (zusätzlich).
- Willy Bischofberger (2026-01-08): Die Idee ist gut, aber müsste auf globaler Eben eingeführt werden, dann Kapital ist flüchtig. Man müsste es auf die Grundstückegewinnsteuer beschränken, denn Immobilien Werte sind nicht flüchtig.
- ↳ Raphael Renaud (2026-01-08): Das wäre dann aber eine Krasse ungleichbehandlung zwischen unterschiedlichen Vermögenswerten, wenn man es nur auf die Grundstückgewinnsteuer beschränkt. Dann würde ich logischerweise die Immobilien in eine Gesellschaft stecken und wäre einfach Eigner der Gesellschaft. Dann würde nicht das Grundsück, sondern die Gesellschaft vererbt und die Steuer wäre bereits wieder umgangen.
- Raphael Renaud (2025-12-21): Das Problem ist, dass sich das problemlos umgehen lässt. Vorherige Schenkungen etc. Es wäre ein weiteres Katz- und Maus Spiel zwischen Behörden und Steueroptimierer, welches wiederum zu Bürokratie führt. Sinnvoller fände ich eine progressive Vermögenssteuer allgemein.
- ↳ Oliver Herren (2025-12-22): Ich halte beide Instrumente für sinnvoll: Eine progressive Vermögenssteuer würde wie ein Handicap im Golf fungieren, um massive Startvorteile auszugleichen und fairen Wettbewerb zu ermöglichen. Ergänzend dazu verhindert eine Erbschaftssteuer die Entstehung eines neuen Geldadels. Dass solche Modelle funktionieren, beweist mitunter das US-Steuersystem, wo die Nachlasssteuer trotz hoher Freibeträge von 14 Mio. USD mit bis zu 40 % greift und sich als wirksames Mittel etabliert hat. Damit werden jährlich um 20 Milliarden USD eingenommen: [taxpolicycenter.org/briefing-book/how-many...](https://taxpolicycenter.org/briefing-book/how-many-people-pay-estate-tax)