Freiwillige öffentliche Vorschule ab dem ersten Lebensjahr.
Frühe Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr entlastet Familien und erleichtert den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Das stärkt die Arbeitsmarktteilnahme und trägt dazu bei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken – ein echter Standortvorteil für die Wirtschaft.
Problem
- Viele Eltern können nicht oder nur teilweise in den Beruf zurückkehren, weil die geeignete Kinderbetreuung fehlt.
- Die aktuelle Politik setzt stärker auf längere Elternzeit oder zusätzlichen Urlaub, statt auf den Ausbau der Betreuungsangebote, was den Fachkräftemangel verschärft.
- Ein längerer Ausstieg aus dem Berufsleben erschwert es Eltern, mit der schnellen Entwicklung am Arbeitsmarkt Schritt zu halten – ihr Fachwissen verliert an Aktualität, ihr wirtschaftliches Potenzial bleibt ungenutzt.
- Frauen werden auf Grund von Schwangerschaft nach wie vor häufig diskriminiert.
- Ein Studium wird vom Staat nahezu vollständig finanziert, die früher Kinderbetreuung jedoch nicht. Obwohl der Einfluss auf den schulischen Erfolg in dieser frühen Entwicklungsphase entscheidend ist.
Solution
- Einführung einer staatlich finanzierten und organisierten Vorschule ab dem ersten Lebensjahr nach Vorbild des heutigen Kindergartens zur Sicherstellung von Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Die Vorschule ist freiwillig, die Eltern können selbst entscheiden, ob sie dieses Angebot nutzen möchten.
- Integration der Vorschule ins bestehende Bildungssystem mit direkter Anbindung an Kindergärten, um Übergänge pädagogisch sinnvoll und kontinuierlich zu gestalten.
- Klare und transparente staatliche Qualitätskontrolle der Vorschulen analog zur Kontrolle öffentlicher Kindergärten zur Sicherstellung gleichwertiger Betreuung.
- Die Organisation erfolgt wie beim Kindergarten über die kantonalen Bildungs- bzw. Erziehungsdepartemente und wird über die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) koordiniert.
Benefit
- Eltern können Familie und Karriere besser vereinbaren, da weniger finanzielle und berufliche Nachteile bei der Familiengründung entstehen.
- Unternehmen profitieren davon, dass qualifizierte Fachkräfte schneller zurückkehren und Talente langfristig gebunden werden.
- Unternehmen profitieren davon, dass qualifizierte Fachkräfte schneller zurückkehren und weniger Produktivitätsverlust entsteht.
Public support
Total votes: 124
Breakdown: FullyOnBoard: 62, SoundsGood: 26, Concerns: 13, NoChance: 10, NothingAgainstIt: 7, NeedForDiscussion: 6
Stimmen
- Der Kanton Zürich baut eine öffentliche Vorschule auf, die Kinder ab einem Jahr betreuen und fördern soll. Eltern können selbst entscheiden, ob ihr Kind die Vorschule besucht. Das Ziel ist, allen Kindern die gleichen Chancen zu geben und Eltern die Berufstätigkeit zu erleichtern.: Die familienergänzende Betreuung von Kindern im Vorschulalter liegt in der Verantwortung der Gemeinden, weshalb es kantonal keine einheitlichen Zahlen gibt. Die Stadt Zürich wird darum als Beispiel eines Ballungsraums genannt: Dort lebten 2024 rund 21'000 Kinder im Vorschulalter, das Betreuungssystem kostet jährlich rund 327 Millionen Franken, wovon rund 70% von Eltern getragen werden. Eine staatlich organisierte Vorschule würde diesen Kostenanteil verschieben und erfordert eine Anpassung des kantonalen Schul- oder Sozialrechts, etwa des Volksschulgesetzes oder des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. — Votes: Yes 40, No 2, Undecided 5 (total 47)
- Die Vorschule wird Teil des Bildungssystems und ist eng mit dem Kindergarten verbunden. Wenn ein Kind aus der Vorschule in den Kindergarten wechselt, soll das möglichst fliessend passieren. Die Förderung folgt einem klaren pädagogischen Konzept.: In der Schweiz koordinieren die 26 Kantone ihre Bildungssysteme über die EDK [Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren]. Das HarmoS-Konkordat von 2007 regelt Schuleintritt und Stufendauer. Eine Integration der Vorschule würde eine Erweiterung dieses Konkordats oder eine neue interkantonale Vereinbarung erfordern, die von den Kantonsparlamenten ratifiziert werden müsste. — Votes: Yes 41, No 4, Undecided 2 (total 47)
- Die Vorschule wird von den Kantonen geleitet, wie es heute beim Kindergarten der Fall ist. Die Kantone arbeiten zusammen, damit die Vorschule in der ganzen Schweiz ähnliche Standards hat. Die Gemeinden sind verantwortlich dafür, dass das Angebot vor Ort funktioniert.: Die EDK umfasst alle 26 Kantone. Kantone können interkantonalen Vereinbarungen beitreten oder fernbleiben, was zu unterschiedlicher Abdeckung führen kann: Beim HarmoS-Konkordat, das 2009 in Kraft trat, sind bis heute nicht alle Kantone beigetreten. Eine analoge Vereinbarung für die Vorschule würde dasselbe Ratifikationsverfahren in den Kantonsparlamenten erfordern. — Votes: Yes 41, No 2, Undecided 2 (total 45)
- Der Kanton überprüft alle Vorschulen regelmässig und stellt sicher, dass überall die gleiche Qualität herrscht. Bücher, Spielmaterialien und Lernmittel werden kostenlos abgegeben. So spielt es keine Rolle, ob die Eltern viel oder wenig verdienen.: In der Stadt Zürich bieten über 95% der 330 Kindertagesstätten subventionierte Plätze an und unterliegen städtischer Aufsicht. Eine kantonale Qualitätskontrolle analog zum Volksschulgesetz (VSG ZH) würde diese Aufsicht formalisieren und auf alle Anbieter ausweiten. Für die kostenfreie Bereitstellung von Lernmaterialien ist eine kantonale Gesetzgebung möglich; ein verfassungsrechtliches Gebot besteht nicht automatisch, da Art. 62 Abs. 2 BV (der Kantone dazu verpflichtet, Grundschulunterricht anzubieten, der allen Kindern offensteht, obligatorisch ist und an öffentlichen Schulen unentgeltlich gilt) nur den obligatorischen Schulunterricht erfasst. — Votes: Yes 38, No 5, Undecided 2 (total 45)
- Die Kosten der Vorschule sollen nicht hauptsächlich von den Eltern getragen werden, sondern von der öffentlichen Hand. Es gibt zwei Vorschläge: Entweder zahlen die Gemeinden alles, wie beim Kindergarten. Oder die Kosten werden auf Gemeinden, Kantone, Bund und Arbeitgeber verteilt.: Eltern in der Stadt Zürich tragen heute rund 70% der Kosten der Vorschulbetreuung (230 von 327 Millionen Franken jährlich, Stand 2024). Variante A würde diese Last vollständig auf die Gemeinden verlagern. Variante B würde Bund und Arbeitgeber einbeziehen; ein obligatorischer Arbeitgeberbeitrag erfordert eine bundesrechtliche Grundlage. — Votes: Yes 37, No 7, Undecided 1 (total 45)
Discussion
- Marianne Herren Lanz (2026-07-08): Ich sehe nicht nur die finanzielle Seite, es geht auch um die komplexe und manchmal nicht sichere Betreuungsorganisation rundum das kleine Kind. Nicht jeder hat Grosseltern, Kita oder kann sich Betreuung leisten. Mit der öffentlichen Vorschule wäre da eine Grundsicherheit für alle und jederzeit, ebenfalls wäre der Erwerb der deutschen Sprache gesichert, was für die schulische Entwicklung vor dem Kindergarten stattfinden muss ( ist gerade in der politischen Diskussion).
- Marianne Herren Lanz (2026-07-08): Aber es erleichtert doch jeder Frau/jedem Paar den Entscheid, wann sie wieder zurück in den Beruf gehen will bzw. ihre Karriere fortsetzen will und kann, wenn eine gesicherte qualitativ überprüfte Kinderbetreuung jederzeit in Anspruch genommen werden kann. Die Wirtschaft und die Unternehmen sind da auch in der Pflicht.
- ↳ Renato Pichler (2026-07-08): Ob man von "erleichtern" sprechen kann, ist fraglich. Es kann auch dazu kommen, dass es einen Druck gibt möglichst schnell wieder Geld zu verdienen - ob man will oder nicht. Der "Entscheid" wird einseitig durch den finanziellen Anreiz stark beeinflusst. So frei ist er dann nicht mehr. Eine Art "Betreuungsgeld" dass man für externe Betreuung oder für die eigene Betreuung ausgeben kann, wäre etwas, dass den freien Entscheid ermöglichen würde.
- Renato Pichler (2026-06-11): Wenn der Staat die Frühbetreuung finanziert, würden all jene, welche ihr eigenes Kind lieber nicht dem Staat übergeben wollen benachteiligt. Deshalb müsste fairerhalber ALLEN eine finanzieolle Unterstützung zukommen, damit man frei entscheiden kann, wem man sein Kind anvertraut. Sonst woird es ein finanzieller Zwang: Reiche Eltern können wählen, ärmere müssen die Betreuung beanspruchen um sofort wieder arbeiten zu können, um Geld zu verdienen.
- ↳ Oliver Herren (2026-07-05): Ein Zwang entsteht nicht: Die Vorschule wäre, wie der heutige Kindergarten, freiwillig. Wer selbst betreuen will, kann das weiterhin tun. Dein eigentlicher Punkt stimmt aber: Ein Gratisangebot verschiebt die finanziellen Anreize. Wer selbst betreut, verzichtet auf Einkommen, ohne Ausgleich. Das ist ein realer Effekt, aber kein Spezialproblem dieser Initiative, sondern gilt für jede kostenlose öffentliche Leistung, auch die Volksschule. Deine Idee, allen Eltern unabhängig von der Betreuungsform Geld zukommen zu lassen, ist nachvollziehbar und existiert ansatzweise bereits (z. B. Betreuungsgutscheine). Das ist aber eine eigene familienpolitische Frage. Sie widerspricht dieser Initiative nicht, sondern liesse sich ergänzend diskutieren.
- Renato Pichler (2026-06-05): Gemäss Quelle 2: "Nach der Geburt eines Kindes unterbrechen Frauen in der Schweiz im Durchschnitt während 9,2 Jahren ihre Karriere." Da ist sehr fraglich ob eine Betreuung ab dem 1. Lebensjahr viel daran ändert. Es geht offensichtlich nicht nur um die Frühbetreuung.