Schutz vor Femiziden darf nicht an Geld oder Zeit scheitern
Alle zwei Wochen wird in der Schweiz eine Frau getötet, meist vom Partner oder Expartner und meist nach Jahren mit Drohungen und Gewalt. Die Warnsignale sind oft bekannt. Trotzdem fehlen Schutzplätze, Geld und klare Zuständigkeiten, um die Tat zu verhindern.
Problem
- In der Schweiz stirbt im Durchschnitt alle zwei Wochen eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt.
- Die Zahl der Tötungsdelikte im häuslichen Bereich stieg 2025 von 26 auf 34 Fälle, und in knapp drei Vierteln davon waren die Opfer Frauen.
- Die versuchten Tötungen im häuslichen Bereich nahmen 2025 von 50 auf 59 Fälle zu.
- Weil Femizide in der offiziellen Kriminalstatistik keine eigene Kategorie sind, stammen die bekannten Zahlen aus Recherchen privater Organisationen und lagen 2025 bei mindestens 27 Fällen.
- Nach einem Femizid wird der Fall nicht behördenübergreifend aufgearbeitet, weshalb unbekannt bleibt, welche Warnsignale gemeldet wurden und an welcher Stelle der Schutz versagte.
Solution
- Jeder Kanton finanziert den Betrieb seiner Frauenhäuser mit einem festen Jahresbetrag, der alle Grundkosten einschliesslich der Löhne deckt.
- Der Bund legt verbindlich fest, wie viele Schutzplätze pro Einwohnerzahl vorhanden sein müssen, und setzt den Kantonen dafür eine Frist mit jährlicher Berichtspflicht.
- Der Wohnkanton übernimmt die Kosten eines Aufenthalts automatisch und zu einem landesweit einheitlichen Tarif, unabhängig davon, in welchem Kanton Schutz gefunden wird.
- Eine landesweite Stelle zeigt freie Schutzplätze in Echtzeit und leitet jede Person, die abgewiesen werden muss, direkt an ein freies Haus weiter.
- Es gibt genügend Plätze für rollstuhlgängige und pflegebedürftige Betroffene in Frauenhäusern.
Benefit
- Ein garantierter Schutzplatz und eine sofort ausgelöste Warnung wirken genau in der Trennungsphase, in der das Risiko am höchsten ist.
- Keine Betroffene verliert ihren Schutz mehr, weil zwei Verwaltungen über einen Tagessatz verhandeln.
- Wo der Betrieb mit einem Fixbetrag finanziert ist, entfällt das Abrechnen mit Dutzenden Gemeinden und das Personal gewinnt diese Zeit für die Beratung.
- Die Einschränkung trifft die gewaltausübende Person, sodass Betroffene Wohnung, Arbeit und Umfeld nicht aufgeben müssen, um sicher zu sein.
- Verstösse gegen Kontaktverbote werden nachweisbar, was Verbote glaubwürdig macht und Verfahren beschleunigt.
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