Staus und Ausweichverkehr am Gotthard fair und wirksam lösen
An Spitzentagen staut sich der Verkehr vor dem Gotthard über viele Kilometer. Reisende weichen durch die Urner Dörfer aus, was die Bevölkerung mit Lärm und Verkehr belastet. Ein Grossteil des Verkehrs ist Transit aus dem Ausland, der heute nichts an die Kosten beiträgt.
Problem
- Kilometerlange Staus am Nadelöhr. An Ferienspitzen stehen die Autos vor dem Gotthard regelmässig auf bis zu 20 Kilometern im Stau. Wartezeiten von mehreren Stunden sind an solchen Tagen die Regel, nicht die Ausnahme.
- Ausweichverkehr mitten durch die Dörfer. Ist der Tunnel verstopft, drängt der Verkehr auf die Kantonsstrasse mitten durch die Urner Dörfer. Anwohner leiden unter Lärm und Abgasen und können sich im eigenen Dorf kaum mehr frei bewegen.
- Transit zahlt nichts an die Kosten. An Spitzentagen kommen rund 80 Prozent der Fahrzeuge aus dem Ausland. Dieser Durchgangsverkehr nutzt Strassen und Tunnel, beteiligt sich aber nicht an Unterhalt, Lärm und Umweltkosten.
- Die Engstelle bleibt bestehen. Auch mit der zweiten Tunnelröhre bleibt der Gotthard je Richtung einspurig. Die eigentliche Engstelle und damit der Rückstau bleiben erhalten.
- Kantonale Massnahmen reichen nicht aus. Der Kanton Uri sperrt bei Stau bereits Autobahneinfahrten. Trotzdem fühlt sich die Bevölkerung überrollt und verlangt griffigere Massnahmen wie zeitweise Durchfahrtsverbote.
Solution
- Eine dynamische Durchfahrtsgebühr für alle, die bei viel Verkehr ansteigt und bei wenig Verkehr auf einen kostendeckenden Mindestbetrag sinkt.
- Einnahmen für die Verlagerung auf die Schiene. Die Erträge aus der Gebühr fliessen zweckgebunden in die Verlagerung des Transits auf die Schiene, etwa in Bahnangebot und Autoverlad. So finanziert der Verkehr selbst seine umweltfreundliche Alternative.
- Ausbau der Gotthardkapazität. Beide Röhren des Strassentunnels werden je zweispurig befahrbar. Das verdoppelt die Kapazität und beseitigt die Engstelle. Dafür wird der Alpenschutzartikel, der die Kapazität heute begrenzt, angepasst.
- Temporärer Ortsschutz für die Dörfer. An verkehrsintensiven Tagen gelten Durchfahrtsverbote auf den betroffenen Dorfstrassen, mit Ausnahmen für Anwohner, Zubringer und Berechtigte. Vorbild ist die bewährte Regelung in Birsfelden.
- Gebühr nach Gewicht und Antriebsart. Die Gebühr steigt mit Gewicht und Emissionen des Fahrzeugs. Schwere Fahrzeuge nutzen die Infrastruktur stärker ab, Verbrenner verursachen höhere Umweltkosten. Vorbild ist die bewährte Schwerverkehrsabgabe.
Benefit
- Weniger Stau durch Lenkung. Eine nachfrageabhängige Gebühr bricht die Spitzen und hält den Verkehr im Fluss. Schon die Aussicht auf hohe Gebühren hält manche davon ab, ausgerechnet zur Stosszeit zu fahren.
- Verursachergerechte Finanzierung. Der überwiegend ausländische Transit beteiligt sich neu an den Kosten, die er verursacht. Die einheimische Bevölkerung, die heute über Steuern zahlt, wird entlastet.
- Spürbare Entlastung der Regionen. Weniger Stau und gezielte Durchfahrtsverbote nehmen den Druck von den Dörfern. Die Menschen gewinnen Ruhe, Sicherheit und Bewegungsfreiheit im eigenen Ort zurück.
- Beitrag zum Alpenschutz. Zweckgebundene Einnahmen stärken die Schiene und damit den in der Verfassung verankerten Schutz des Alpenraums vor dem Transitverkehr.
- Mehr Kapazität und mehr Sicherheit. Ein Ausbau beseitigt Engstelle und Rückstau.
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