Schaffung eines eidgenössischen Technologiedepartements.
Die Schweiz braucht ein eidgenössisches Technologiedepartement. Heute sind zentrale Aufgaben wie Informatik, Cybersicherheit, Information, Daten und KI über mehrere Departemente verstreut – ohne klare Verantwortung. Das schwächt die strategische Steuerung und die Handlungsfähigkeit des Staates. Ein Technologiedepartement bündelt Kompetenzen, reduziert Doppelspurigkeiten und stärkt Sicherheit, Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter.
Problem
- Technologieverantwortung ist beim Bund zersplittert: Informatik, Daten, Information, KI und Cybersicherheit liegen in verschiedenen Departementen. Das führt zu unklaren Zuständigkeiten, langsamen Entscheidungen und fehlender strategischer Führung.
- Die Schweiz hinkt technologisch hinterher. Während andere Staaten gezielt in KI und digitale Infrastruktur investieren, fehlt hierzulande eine klare Steuerung – das erhöht Abhängigkeiten vom Ausland.
- Ohne klare Verantwortung bleibt die Schweiz bei Schlüsseltechnologien wie KI reaktiv statt gestaltend – mit Risiken für Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität.
- Ohne Technologiekompetenz auf der Führungsebene fehlt dem Staat die Fähigkeit, digitale Risiken und Chancen strategisch zu steuern. Ein Muster, das in der Privatwirtschaft nachweislich zu Rückstand und Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führt.
- Der Bund ist bei kritischer digitaler Infrastruktur stark von ausländischen Anbietern abhängig. Ohne eigene Entwicklungskompetenz fehlt die Fähigkeit, Abhängigkeiten zu reduzieren und das digitale Betriebssystem der Schweiz zu entwickeln.
Solution
- Die Initiative schafft ein eidgenössisches Technologiedepartement, das Informatik, Daten, Information, Cybersicherheit und KI bündelt. Dies liegt im Kompetenzbereich des Bundesrates und bedarf keiner Verfassungsänderung.
- Technologiekompetenz im Bundesrat verankern: Ein Mitglied des Bundesrates trägt explizit Verantwortung für Digitalisierung, KI und Cybersicherheit. Analog zum CTO in erfolgreichen Unternehmen.
- Eine zentrale Bundesstelle mit übergeordneten Kompetenzen denkt Prozesse von Grund auf digital. Mit eigener Softwareentwicklung und agiler Arbeitsweise digitalisiert sie Schritt für Schritt die Bundesverwaltung und stärkt so die digitale Souveränität des Staates.
- Führungspositionen in der Bundesverwaltung erfordern nachgewiesene digitale Grundkompetenzen. Nur wer digitale Prozesse versteht, kann diese verantworten und gestalten.
- Der Bund schafft eine gemeinsame Datenaustauschinfrastruktur nach dem Vorbild des estnischen X-Road. Alle Bundesstellen sind verpflichtet, Daten einmalig zu erheben und über standardisierte Schnittstellen zu teilen.
Public support
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Discussion
- Christian T. (2026-05-21): Das ist ein organisatorisches Thema, dass der Bund eigenverantwortlich angehen und lösen könnte. Dazu braucht es den Gesetzgeber nicht. Somit wurde das Problem verkannt: Fehlender Anreize und Fokus auf Effizienz und Digitalisierung in der Verwaltung.
- ↳ Oliver Herren (2026-05-26): Das ist genau der Punkt. Der Bund hätte das seit Jahren angehen können und hat es nicht. Ohne klare Verantwortung auf Stufe Bundesrat fehlen Anreiz, Priorisierung und Kontinuität. Organisatorischer Wandel in einer Verwaltung ohne strukturellen Rahmen bleibt Absichtserklärung. Das belegen gescheiterte Bundes-IT-Projekte eindrücklich.
- Bernie Beachman (2026-05-13): Ich bin mir nicht sicher, ob ein neues Departement dieses Problem löst. Denn das Problem ist nicht ein Mangel an Ressourcen, sondern die Natur der Entscheidungsträger, Beamte, welche in 'geschützten Werkstätten' Entscheidungen fällen ohne ökonomische Relevanz. Nur private Märkte und ihre starken Anreize könne solches Fehlverhalten besser lenken. Aber mit der allgegenwärtigen Dominanz neuer Technologien und den Anforderungen an einen modernen Staat würde ein neues Departement diesen Umständen absolut Rechnung tragen.
- ↳ Tobija Fischer (2026-05-13): Ich glaube nicht an diese Dualität, dass alle öffentliche Behörden ineffizient sein sollen alle die privatwirtschaftlichen Betriebe automatisch super effizient. Grössere IT-Firmen (die ja in der Beschaffung für digitale Bundesprojekte in der Regel berücksichtigt werden) haben meiner Erfahrung nach ebenfalls massiven Overhead und tragen als externe Dienstleister genauso eine Verantwortung für gescheiterte IT-Projekte wie die zuständigen Bundesbehörden. Oder sehe ich das völlig falsch?
- ↳ Bernie Beachman (2026-05-13): Würde gerne auf Tobija'a Kommentar antworten. Die Welt ist nicht perfekt und ich glaube nicht, dass die Privatwirtschaft alle Probleme lösen. Aber Anreize funktionieren einfach besser als Pläne. Was man im öffentlichen Bereich verschärfen müsste, ist die Kontrolle und die Compliance. Interessenskonflikte müssen offengelegt oder verboten werden. Aber ich sehe nicht, wie eine Behörde mit der technologischen Entwicklung Schritthalten kann - nur schon im Bereich Security! Bis Bern realisiert was das neueste Claude kann, sind unsere privaten Daten schon lange in Russland und China.
- Thomas Mathis (2026-04-18): Ich hab die schöne Aufgabe, digitale Transformation in einem Kanton in Schwung zu bringen. Sie arbeiten seit längerem daran und fahren immer in die gleiche Sackgasse: Gräbchendenken in den Departements/Direktionen wegen: Geld. Übergreifende Digitalisierungsprojekte scheitern, wenn nicht der Bund einen Standard vorgibt (Justizia, etc.). Selbst dann fragen sie sich immer "Wie gehen wir übergreifende Projekte an?". Nicht nur auf Bundesebene, auch auf Kantonsebene braucht es dieses Departement als separate Einheit. Und sie haben das Geld. Schwierig wird es mit der Priorisierung der Projekte. Klar gibt es die nötigen, aber alle anderen müssen gewichtet werden. Ab besten nach Mehrwert, aber da stehen wir wieder vor dem Tech-Dept Problem. Ein Bundes/Kantonaler Architekt sollte noch eine Tech-Dept Bewertung hinzufügen können neben Mehrwert, damit auch reine Infra/TechDept Projekte zum Zug kommen. Sehr schwer wird die Berücksichtigung der demokratischen und Konsens Orientierten Kultur.
- Mathias Aebischer (2026-04-08): Pro: - Ein eigenes Departement könnte helfen, wichtige Themen auf der strategischen Ebene voranzutreiben - Eine ganzheitliche Sicht über die einzelnen Silos hinaus kann Doppelspurigkeit vermeiden und Synergien schaffen - Wege zwischen den Technologie-Experten werden kürzer Contra: - Bestehende Synergien würden durch das Herauslösen gewisser Spezialisten wegfallen (BFS & OGD, Landesverteidigung & BACS) - Distanz zwischen Technologie- und Fachspezialisten wächst - Verantwortung muss zu einem grossen Teil bei den Ämtern/Fachspezialisten verbleiben, welche die bestehenden Probleme und Rahmenbedingungen kennen, hier kann eine Verantwortungsdiffusion entstehen