Die Nutzung Sozialer Medien einschränken.
Soziale Medien beeinträchtigen die psychische Gesundheit, fördern Desinformation und reduzieren direkte Interaktionen. Eine Beschränkung schützt die öffentliche Gesundheit und fördert den sozialen Zusammenhalt.
Problem
- Soziale Medien erleichtern die schnelle Verbreitung falscher Informationen, was die öffentliche Meinung und Wahlen beeinflussen kann.
- Nutzerdaten werden oft ohne ausreichende Zustimmung gesammelt und für kommerzielle Zwecke missbraucht.
- Die Gestaltung der Social-Media-Plattformen fördert Suchtverhalten, das Nutzer dazu bringt, ungesunde Mengen an Zeit online zu verbringen.
- Soziale Medien verschärfen das soziale Gefälle und schaden der Chancengleichheit, da bildungsschwache Familien weniger oder keine Aufklärung und Kontrolle des Zugangs bieten können.
- Der Zugang zu Sozialen Medien in Schulen reduziert den Bildungserfolg, insbesondere von leistungsschwächeren Schülern.
Solution
- Der Zugang zu Sozialen Medien wird für Jugendliche unter 16 Jahren verboten und Verstösse bei den Betreibern mit hohen Bussen geahndet.
- Die Verantwortung für die Einhaltung des altersgerechten Zugangs liegt bei den Anbietern.
- Vergleichbar zum Glücksspielgesetz sind die Anbieter verpflichtet, mit SoMe verbundene Sucht zu verhindern, Präventionsmassnahmen zu ergreifen (bspw. ein Popup "Du hast heute bereits mehr als 30min in unserer SoMe verbracht"), etc.
- Smartphones werden an Schulen bis zum 16. Lebensjahr verboten. Auch in Pausen. An Tagesschulen auch über Mittag.
- Die Schulen sollen den Umgang mit den SoMe besser in ihrem Unterricht integrieren.
Benefit
- Studien zeigen, dass weniger Zeit auf sozialen Medien bei Jugendlichen mit niedrigeren Raten von Depression und Angst verbunden ist.
- Forschung legt nahe, dass Jugendliche ohne nächtlichen Zugriff auf soziale Medien besseren und längeren Schlaf erfahren.
- Einige Studien deuten darauf hin, dass weniger Ablenkung durch soziale Medien zu besseren schulischen Leistungen führen kann.
- Was gewinnen Kinder? – Kindsein. Selbstwert. Fokus. Schutz. Ohne ständige Ablenkung können sie sich wieder auf das echte Leben, Freundschaften und eigene Stärken konzentrieren.
- Kein Gruppenzwang mehr, wenn alle gleichermassen ausgeschlossen sind. Das reduziert sozialen Druck, stärkt das Selbstvertrauen und schafft Raum für echte Begegnungen.
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Discussion
- Ralf Metz (2026-04-08): Auch hier ist für mich die grundsätzliche Frage: Ist der Mensch Opfer und muss vor sich selbst geschützt werden oder aber hat er die Möglichkeit, Verantwortung für sich und seine Entscheidungen zu übernehmen. Während ich die inhaltlichen Auswirkungen von SoMe inkl. der negativen Folge sehe, sehe ich den Weg von immer weiterführenden Eingriffen als Irrweg an. Denn unter dieser Perspektive folgen dann auch: - Autofahren verbieten - Schlechte Lebensmittel verbieten - Bewegung vorschreiben - Fast Food verbieten Die Liste ist nahezu beliebig erweiterbar. Hingegen finde ich diese Diskussion viel wichtiger: Wie schaffen wir es, dass Menschen in ihrer Selbst- und Eigenverantwortung gestärkt werden, um (wieder?) deutlich freier für sich gute Entscheidungen treffen zu können?
- ↳ Ralf Metz (2026-04-10): Ich unterscheide hier bewusst zwei Ebenen, auch wenn die Begriffe im Alltag oft vermischt werden. Die eine Ebene ist das, was du beschreibst: Eigenverantwortung im Rahmen. Je klarer der Rahmen, desto besser kann sie gelingen. Das stimmt. Die andere Ebene nenne ich Selbst-Verantwortung. Das ist eine innere Entscheidung. Die Entscheidung, ein Thema zu meinem eigenen zu machen, unabhängig davon, ob die Umgebung perfekt ist oder nicht. Zwischen Reiz und Reaktion liegt immer ein Raum. Und in diesem Raum entscheide ich. Und jetzt kommt der Punkt, der mich an deiner Argumentation wirklich beschäftigt: Wer den Rahmen immer klarer definiert und immer mehr schützt, schwächt diese innere Ebene. Und mir ist klar, dass die Absicht dahinter nicht böse ist, sondern gute Ziele verfolgt. Was aber in der Praxis geschieht: Wenn der Rahmen alles regelt, muss ich mich nicht mehr innerlich entscheiden. Die Wahl ist mir abgenommen. Und was nicht geübt wird, verkümmert.
- ↳ Ralf Metz (2026-04-10): Ich sehe das genauso in Organisationen: Wer nur auf den Rahmen fokussiert, löst etwas aus, das mich mindestens gleichviel beschäftigt wie der Algorithmus: Er verlagert Verantwortung systematisch nach aussen. Das System ist schuld. Das Unternehmen muss schützen. Ich bin Opfer, bis die Umgebung besser wird. Und Schutz als Hauptstrategie schwächt langfristig genau die innere Kapazität, die wir für eine starke und lebendige Gesellschaft und damit auch Demokratie benötigen. Daher bin ich auch dafür überzeugt, dass es beides braucht: Den Fokus auf den Rahmen, weil er Eigenverantwortung ermöglicht. Und den Fokus auf die innere Haltung, weil Selbstverantwortung nicht delegiert werden kann. Wir können dies den Menschen nicht abnehmen.
- ↳ Ralf Metz (2026-04-10): Wobei ich vermute, dass wir inhaltlich näher beieinander sind, als die Diskussion vermuten lässt. Wir legen den Hebel einfach anders an. Hättest du Lust, das persönlich weiterzuführen? Ich denke, das gäbe eine gute Stunde. Vielleicht habt ihr ja schon ein Format im Plural-Kontext gedacht, Podcast, Video o.ä. Zwei Positionen, offen diskutiert. Das könnte für mehr als nur uns zwei interessant sein. Falls ja, melde dich gerne. Liebe Grüsse Ralf