Keine Subventionen für Fleisch und tierische Produkte.
In der Schweiz wird die Viehzucht massiv subventioniert und dadurch Fleisch künstlich verbilligt. Damit schaden wir der Gesundheit, der Umwelt und den Tieren selbst.
Problem
- Die Massentierhaltung ist für 15% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Tiere sind sehr ineffiziente Energielieferanten. Würde man direkt die Pflanzen konsumieren, statt sie zu verfüttern, würde man über 70% der Treibhausgasemissionen einsparen.
- Die Tierhaltung führt zur Überdüngung und Verschmutzung von Gewässern.
- Die Massentierhaltung und die Tötung von Tieren ist ethisch fragwürdig.
- Die Krankheiten und Keime in der Massentierhaltung werden mit Antibiotika bekämpft, oft auch prophylaktisch, was zu resistenten Keimen führt, welche die Gesundheit bedrohen.
- Fleischkonsum ist mehrheitlich ungesund und zieht vielerlei gesundheitliche Schäden nach sich.
Solution
- Subventionen für Fleisch und tierische Produkte werden verboten.
- Die Kosten für Fleisch sollen die vollständigen Kosten inklusive Umweltkosten abbilden.
- Der Import von Fleisch wird mit entsprechenden Zuschlägen belastet.
- Für die Beendigung der Subventionen werden sinnvolle Übergangsfristen gesetzt, damit die Bauern Zeit haben, sich anzupassen.
- Subventionen und indirekte Subventionen aller Art für Fleisch sollen verboten werden.
Benefit
- Es gibt weniger Treibhausgasemissionen, da die finanzielle Anreize zur Produktion tierischer Lebensmittel geringer werden.
- Weniger Flächenbedarf durch die Landwirtschaft, da es viel effizienter ist, direkt pflanzliche Nahrungsmittel zu produzieren.
- Weniger tierische Produktion reduziert Probleme wie Überdüngung, Wasserverschmutzung und Biodiversitätsverlust.
- Eine geringere Verfügbarkeit tierischer Produkte könnte zu einer gesünderen Ernährung und weniger ernährungsbedingten Krankheiten führen.
- Die Beendigung von Subventionen spart Steuergelder, womit die Steuern gesenkt werden können.
Public support
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Stimmen
- Jedes Jahr zahlt der Staat rund 36 Millionen für Fleisch-, Milch- und Tierproduktwerbung, unter anderem für den Export. Das soll aufhören. Bis dahin soll auf jeder solchen Werbung stehen, wie viel Steuergelder dahinterstecken.: Die 36 Millionen verteilen sich auf Käsemarketing (ca. 23 Mio.), Milch und Butter (ca. 8,2 Mio.) und Fleisch (ca. 5,2 Mio. CHF, Stand 2024). Die gesetzliche Grundlage ist Artikel 12 des Landwirtschaftsgesetzes und kann parlamentarisch geändert werden. — Votes: Yes 36, No 9, Undecided 3 (total 48)
- Heute fliessen deutlich mehr Subventionen in die Tierhaltung als in den Pflanzenbau. Das soll sich schrittweise verschieben, bis beide Bereiche gleich viel bekommen. Die Bauern verlieren dabei kein Geld, sie bekommen es nur für etwas anderes.: Die Direktzahlungen sind mit 2,8 Mrd. Franken der grösste Subventionsposten. Davon sind 26% explizit tierbasiert. Von den restlichen 74% sind ein Grossteil flächenbasierte Zahlungen, welche ebenfalls der Tierhaltung zugute kommen, da rund 75–80% der Nutzfläche als Weide oder Futterfläche dient. Eine schrittweise Umschichtung auf ein 1:1-Verhältnis zwischen tierischer und pflanzlicher Produktion wäre auf Verordnungsstufe möglich und erfordert keine Verfassungsrevision. — Votes: Yes 38, No 5, Undecided 5 (total 48)
- Was Fleisch im Laden kostet, ist nicht was es wirklich kostet, weil der Staat einen Teil der Kosten übernimmt. Das soll sich ändern: Der Preis soll auch die Umweltschäden einschliessen, die bei der Fleischproduktion entstehen.: Schläpfer und Ahmadi (2023) schätzen die externen Kosten der Schweizer Landwirtschaft auf rund 3,6 Milliarden Franken pro Jahr. Diese Kosten sind im Produktpreis nicht enthalten. Eine Internalisierung über eine Lenkungsabgabe wäre analog zur CO2-Abgabe auf Gesetzesstufe umsetzbar. — Votes: Yes 30, No 7, Undecided 11 (total 48)
- Wenn in der Schweiz strengere Regeln für Fleisch gelten, soll billiges Importfleisch nicht einfach die Lücke füllen. Ein Aufschlag auf ausländisches Fleisch, das nicht denselben Standards entspricht, wäre ein möglicher Weg. Ob und wie das nach internationalen Handelsregeln erlaubt wäre, müsste rechtlich sorgfältig geprüft werden.: Die WTO und das bilaterale Landwirtschaftsabkommen mit der EU begrenzen neue Importzölle stark. Ein Grenzausgleich wäre nur WTO-konform, wenn er an eine inländische Lenkungsabgabe auf Umweltkosten (siehe vorhergehende Position) gekoppelt ist und nicht diskriminierend wirkt. — Votes: Yes 40, No 3, Undecided 5 (total 48)
- Der Staat bezahlt heute viele Beiträge an Bauernbetriebe, die Fleisch oder andere Tierprodukte herstellen. Diese Beiträge sollen Schritt für Schritt gestrichen werden. Die Bauern bekommen genug Zeit, um sich anzupassen.: Im Jahr 2024 flossen rund 3,55 Milliarden Franken in die Schweizer Landwirtschaft. Nach enger Auslegung sind davon rund 455 Millionen Franken direkt tierbezogen (Milchzulagen, Tierwohlbeiträge, Viehwirtschaft). Ein Grossteil der übrigen Beiträge ist flächenbasiert, fliesst aber ebenfalls in die Tierhaltung, weil rund 75–80% der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Weide oder Futterfläche dient. Die betroffene Summe ist bei funktionaler Betrachtung also deutlich höher. Umsetzung via Anpassung des Landwirtschaftsgesetzes und der Direktzahlungsverordnung. — Votes: Yes 30, No 11, Undecided 7 (total 48)
Discussion
- jacopo rodighiero (2026-07-02): Eine Reduzierung kann vollständig unterstützt werden, solange ethische Landwirtschaft ebenfalls belohnt wird.
- ↳ Andres Villa Torres (2026-07-03): Das stimmt. Was mich sorgt, ist, wie schwer Produkte ausserhalb der Schweiz zu regulieren sind. Es wäre schade, wenn der Import aus dem Ausland plötzlich rentabler würde als die inländische Produktion.
- Tom Magnusson (2026-06-25): Die vorliegende Thematik ist leider viel zu vielschichtig, um eine einzige Petition daraus zu machen - ist es die Werbung für Fleisch (da habe ich Zahlen von 6-36 Mio. gelesen) oder die Subventionen für Fleischproduktion (da habe ich keine Zahlen gesehen), die bemängelt werden? Was ist mit dem Argument, dass an gewissen Orten die Grasland-Wirtschaft (und damit soviel Vieh, wie ernährt werden kann) die einzige Option ist? Argumente, dass im Ausland schädlich produzierte Pflanzen (Stichwort Avocado) nicht von unserem Steuergeld subventioniert würden, sind aus einer gesamtheitlichen Sicht wenig hilfreich. Gutes Fleisch essen, viel Gemüse dazu selber verarbeiten in der Küche, einen Bezug zu Lebensmitteln herstellen und den Menschen, die sie uns erarbeiten, wäre mir wichtiger. Ich habe schon seit vielen Jahren kein ausländisches Fleisch mehr gekauft und selbst bei CH-Fleisch achte ich darauf, dass es nachhaltig und artgerecht produziert wurde. Das schmeckt man auch.
- ↳ Diana Maier (2026-06-26): Es geht hier nicht um individuelle Entscheidungen, sondern dass keine Steuergelder gesamthaft verschwendet werden. Staatliche Eingriffe wie Subventionen wirken sich per se nachteilig auf die Volkswirtschaft aus (Wohlfahrtsverlust) und bedürfen daher einer besonderen Rechtfertigung, welche nicht existiert mit Hinblick auf die folgenden Nachteile der Fleischindustrie im Vergleich zur pflanzlichen Landwirtschaft: - Tierleid - Ineffizenz: Unabhängige Ernährungssicherheit wird effizienter durch pflanzenbasierte Landwirtschaft gewährleistet. - Umweltbelastung (Gewässer, Böden, etc.) - Seuchenrisiko - gesundheitliche Nachteile wie z.B. Antibiotikaresistenzen
- Felix Roth (2026-05-11): Das ist keine Initiative, welche der Zivilgesellschaft Nutzen bringt, Im Gegenteil sie dividiert die Gesellschaft weiter auseinander. Verbote und angeordnete Erziehungsmassnahmen haben keine Chance vor dem Stimmvolk. Ich kenne die aktuellen Zahlen nicht mehr, aber die Schweizer essen nur einen Bruchteil der hier gezüchteten und geschlachteten Tiere, die "unaktraktiven" Fleischstücke werden verramscht, da viele gar nicht mehr wissen, wie diese in der Küche verwertet werden (Schon vor 60 Jahren hat Prof Leemann an der ETH ein Model vorgeschlagen, welche es Bauern ermöglichen sollte Bauernhöfe zum landwirtschaftliche Ertragswert zu erwerben in dem landwirtschaftliches Land (wie der Schweizer Wald) unter "Schutz" gestellt wird und folglich nur zum Ertragswert gehandelt werden kann. Wenn später wegen Siedlungsdruck Land eingezont wirde, müsste die Wertdifferenz in einen Agrarfonds fliessen und nicht in die Tasche der Bäuerin/Bauers.)
- ↳ Felix Roth (2026-05-12): Danke für die Reaktion: Ja der Sprung entstand durch meine Assoziationskette: Agrarwirtschaft ist weltweit der am meisten subventionierte und auch regulierte Wirtschaftssektor. Jeder Eingriff führt erfahrungsgemäss zu einem Rattenschwanz Korrekturmassnahmen (nicht nur die schon in der Initiative angeregte Verlagerung der Subventionen), möglichen Ausnahmeregelungen (zB "Bündnerfleisch" stammt bekanntlich aus südamerikanischen Filetstücken die für Arbeitsplätze in GR führen) und Problem im grenznahen Shopping, usw. ganz zu schweigen von den Konsequenzen bei den internationalen Wirtschaftsverträgen. Diese Initiative tönt zwar korrekt und wohlwollend, erzeugt aber mE Mehraufwand beim Bund und Handle, sie verteuert Fleischprodukte im CH-Laden und CH-Restaurants und wird in der Abstimmungsdebatte nicht als sinnvoll wahrgenommen sondern als Zwängerei und Erziehung. Für mich Effekthascherei, die dann leider wieder zu einem 30 % Ja Stimmenanteil führt allen sinnvollen Argumenten zum Trotz.
- ↳ Renato Pichler (2026-05-12): Danke für die Erläuterungen, Felix R.. Könnte man aber nicht auch die jetzige Situation (Finanzierung der Flesichwerbung durch Steuergelder) als Zwängerei und Erziehung sehen? Weshalb wird "keine Subvention für Fleischwerbung" als "Erziehung" wahrgenommen, aber nicht die Finanzierung der Fleischwerbung? Ist es nicht gerade umgekehrt? Ich sehe es eher so: Derzeit werden die Schweizer Landwirte dazu "erzogen" Fleisch, Milch und Zucker zu produzieren, da sie dafür die höchsten Subventionen erhalten. Mehr Freiheiten für die Landwirte, wäre für alle von Vorteil.
- ↳ Christian T. (2026-05-21): Einverstanden. Es ist eine Initiative die auf dieser Platform viel „Traffic“ und Diskussionen generieren kann… aber sie teilt das Land und ist kaum Mehrheitsfähig. Spannend sind Themen die von Links bis Rechts, von Sozialistisch bis Liberal, von Vegan bis Fleischesser, von Traditionalist bis moderner Weltenbürger… überall Alzeptanz finden. Dies da die Probleme adressieren welche von uns allen getragen, und als Probleme erkannt, werden.
- Daniel Holenwerg (2026-03-20): Dann müssten aber auch die Kosten & Ökobilanz der importierten Gemüse und Früchte eingerechnet werden und die Schäden an der Landwirtschaft ausserhalb der CH.
- ↳ Renato Pichler (2026-03-20): Was hat importiertes Gemüse mit den Subventionen von Schweizer Fleisch zu tun? Das importierte Gemüse wird nicht mit unseren Steuergeldern subventioniert.
- Dario Miglioretto (2026-02-19): Subventionen zu streichen erachte ich als den richtigen Weg um Lobbyismus einzudämmen und den Bundeshaushalt zu entlasten. Subventionen verbieten erachte ich als nicht tauglich. Verbote haben kaum Wirkung gezeigt bzw. das Zierl verfehlt meist mit ungewollten Nebenwirkungen (z.B. Betäubungsmittelgesetz). Subventionen für die Fleischerzeugung zu streichen ist ein guter Anfang um die knapp 50 Mia. CHF an Subventionen im Bundesbudget abzubauen. Ich freue mich schon darauf, wenn die heiligen Kühe - die Subventionen - geschlachtet werden. Einfach nicht enttäuscht sein, wenn auch andere Industrien unter die Räder kommen (Subventionen für Klimaschonende Heizung, Kita's, ÖV oder Pharma und sonstige inländische Industrie. Btw. wenn Antibiotika bei (Nutz)Tieren problematisch sind, sollten wir die dann nicht auch beim Menschen verbieten/eindämmen? Oder macht es einen Unterschied, dass Menschen (noch) nicht verzehrt werden?
- ↳ Renato Pichler (2026-03-20): Ja, auch bem Menschen sind zu hohe Antibiotikagaben problematisch. Jedoch werden sie bei Menschen nicht prophylaktisch und in so hohen Mengen eingesetzt, sondern nur gezielt und (mittlerweile) zurückhaltend. Hinzu kommt, dass die antibiotikahaltigen Fäkalien der Nutztiere auf die Felder geschüttet werden und so unsere Umwelt kontaminieren. Fäkalien von (kranken) Menschen, gelangen in die Kläranlagen und nicht direkt in die Umwelt.
- Jan Mathis (2026-02-15): Weniger Subventionen führt zu, weniger Produktion, weniger Angebot, nicht aber automatisch zu weniger Nachfrage. Der Kunde ändert nicht automatisch sein Essverhalten. Ich sehe die grösste Gefahr bei dieser Idee, dass die Schweiz mit billigem EU- / Mercosur-Fleisch überschwemmt wird. Dort gelten oft laschere Tierschutzgesetze ( = höheres Tierleid) und der weite Transportweg verursacht unnötig viel CO2. Die Abschaffung von Subventionen könnte also als Schuss ins Knie erweisen.
- ↳ Oliver Herren (2026-02-17): Ein berechtigter Einwand, doch das Konzept der Initiative adressiert genau diese Risiken: Gleiche Regeln für Importe: Die Initiative sieht vor, dass für Importfleisch dieselben hohen Tierwohl- und Ökostandards gelten wie im Inland. Billigfleisch aus dem Mercosur-Raum könnte den Markt also nicht einfach mit niedrigeren Standards fluten. Kostenwahrheit: Aktuell wird Fleisch durch Steuergelder künstlich verbilligt. Die Initiative will diese Fehlanreize beenden. Da der Fleischkonsum bereits sinkt, würde ein Preis, der die ‚ökologische Wahrheit‘ widerspiegelt, diesen Trend unterstützen. Weniger Abhängigkeit: Heute importiert die Schweiz enorme Mengen Futtermittel (z. B. Soja aus Brasilien). Ein Systemwechsel würde die Auslandabhängigkeit verringern und den CO2-Fussabdruck massiv senken. Das Ziel ist kein ‚Schuss ins Knie‘, sondern ein Markt, der Qualität und Ökologie belohnt, statt Masse mit Subventionen zu stützen.
- ↳ Renato Pichler (2026-03-20): Der Bund finanziert heute die Fleischwerbung mit jährlich rund 6 Millionen Franken. Würde man diese Subvention einstellen, könnte dies durchaus Auswirkungen auf den Fleischkonsum haben. Ich glaube nicht, dass man Millionen in Fleischwerbung investieren würde, wenn dies keinerlei Einfluss auf den Konsum hätte. Und wenn die Subvention auf der Produktionsseite wegfallen würde, würden pflanzliche Produkte (die nicht subventioniert werden) konkurrenzfähiger. Dadurch würden sie vermehrt gekauft und mit dem steigenen Umsatz, könnten grössere Mengen davon produtziert werden, was den Preis nochmals senkt.