Flexible Elternzeit für eine gesunde Gesellschaft.
Die Einführung von Elternzeit in der Schweiz stärkt Familien, fördert die frühkindliche Entwicklung und unterstützt die Gleichstellung. Sie ermöglicht beiden Elternteilen, wertvolle Zeit mit ihrem Kind zu verbringen und Beruf und Familie besser zu vereinbaren.
Problem
- In Sachen Elternzeit und Gleichstellung hinkt die Schweiz anderen Ländern weit hinterher. In kaum einem anderen Land erhalten Eltern so wenig Zeit bei der Geburt ihrer Kinder.
- Die fehlende Elternzeit verfestigt überholte Rollenbilder, senkt die Geburtenrate und führt zu Altersarmut. Besonders bei Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen.
- Familien mit geringem Einkommen oder niedrigem Bildungsgrad profitieren weniger von Elternzeitprogrammen, da ihnen oft die finanziellen Mittel oder das Bewusstsein für die Nutzung dieser Optionen fehlen. Dies verstärkt bestehende soziale Ungleichheiten.
- Ohne Elternzeit werden Eltern gezwungen, zwischen Karriere und Familie zu wählen - qualifizierte Fachkräfte steigen aus, Teilzeitfallen entstehen und Karrieren werden ausgebremst.
- Der Schweizer Wirtschaft gehen jährlich tausende Fachkräfte verloren, weil eine moderne Elternzeit fehlt. Dies kostet Unternehmen Millionen durch Fluktuation und Wissensverlust.
Solution
- Statt Vater- und Mutterschaftsurlaub, eine gemeinsame Elternzeit einführen nach dem Beispiel von z.B. Deutschland.
- Die Elternzeit wird in die bestehende Erwerbsersatzordnung (EO) integriert, mit 80 % Lohnersatz, finanziert durch Beiträge von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden.
- Eine angemessene Elternzeit kann von den Eltern flexibel und tageweise über den Zeitraum von zwei Jahren eingelöst werden.
- Väter und Mütter haben die selbe Elternzeit (14 Wochen ab dem Tag der Niederkunft), 80% entschädigt durch EO.
- Beide Partner haben gleich viel Elternzeit. Diese liegt bei 12 Wochen (weniger als die jetzigen 14) um Arbeitgeber zu entlasten.
Benefit
- Elternzeit fördert die Gleichstellung von Männern und Frauen in der Arbeitswelt.
- Elternzeit erhöht die Erwerbsbeteiligung der Frauen und kann den Mangel an Fachkräften reduzieren.
- Die Einführung einer bezahlten Elternzeit stärkt die Gleichstellung der Geschlechter, verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und erhöht langfristig die Erwerbsquote, was sowohl der Gesellschaft als auch der Wirtschaft zugutekommt.
- Elternzeit ermöglicht es den Eltern, sich von der Geburt zu erholen und sich auf die neue Familiensituation einzustellen, was zu weniger Stress und besserer psychischer Gesundheit führt.
- Eine attraktive Familienpolitik kann die Geburtenrate positiv beeinflussen und dem demografischen Wandel entgegenwirken.
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Discussion
- Patrick Naumann (2026-01-13): Ich bin grundsätzlich für die Stärkung/Einführung der Elternzeit - aber man sollte immer bedenken, dass dies kostet. Unsere Tochter kam in Deutschland zur Welt, wo wir von der Elternzeit profitieren konnten: wir haben je 7 Monate Elternzeit gemacht. Dafür haben wir Elterngeld erhalten - den Maximalsatz von (damals) EUR 1800 pro Monat - damit konnten wir grade die Miete decken. Während der Elternzeit mussten wir deshalb von den Ersparnissen leben. Zudem: wir hatten in Deutschland damals 50% Steuer- und Sozialabgaben auf unser Brutto-Einkommen (womit der Staat u.a. auch solche sozialen Ausgaben bezahlt). Fazit: bin ein Fan von (gleichberechtigter) Elternzeit, aber weiss auch dass es kostet (und drum eine finanzielle Einbusse bedeutet).