Hohe Selbstversorgung bei Tierprodukten? Zwei Drittel des Eiweisses im Kraftfutter stammen aus dem Ausland.

Open the interactive version

Warum unterscheiden sich 55 und 69 Prozent? Kraftfutter lässt sich auf drei Arten messen: nach Gewicht, nach Energiegehalt oder nach Eiweissgehalt. Alle drei Grössen sind unterschiedlich importabhängig: 55 Prozent nach Gewicht, 56 Prozent nach Energie, 69 Prozent nach Eiweiss. Eiweiss ist der knappste Nährstoff der Schweizer Futterproduktion, entsprechend hoch fällt hier der Importanteil aus, vor allem wegen Sojaprodukten. Auch zwischen den Tierarten gibt es grosse Unterschiede: Wiederkäuer wie Rindvieh, Schafe und Ziegen verwerten Raufutter effizient und beziehen ihr Futter zu über 90 Prozent aus dem Inland. Schweine und Geflügel sind dagegen auf Kraftfutter angewiesen und entsprechend importabhängiger: bei Schweinen rund die Hälfte, bei Geflügel rund drei Viertel des Futters. Die Futtermittelimporte nehmen seit den Neunzigerjahren stetig zu. Zwischen 2009 und 2019 stiegen die gesamten Futtermittelimporte um 27 Prozent, die Einfuhr wichtiger energiereicher Futtermittel nahm zwischen 2014 und 2024 nochmals um 36 Prozent zu. Als Folge der Importe wird im Ausland zusätzlich mindestens eine Fläche von 200'000 Hektaren für Schweizer Tierfutter bewirtschaftet, vor allem für Soja, Futtergetreide und Mais.

Plural • Hohe Selbstversorgung bei Tierprodukten? Zwei Drittel des Eiweisses im Kraftfutter stammen aus dem Ausland.