Grasland Schweiz? Bei reiner Graslandfütterung müssten die Geflügel- und Schweinebestände um rund 90% sinken, die Milchkühe kaum.
Der Unterschied liegt in der Verdauung. Wiederkäuer wie Kühe, Schafe und Ziegen verwerten nährstoffarmes Gras über den Pansen; Schweine und Hühner können das kaum und brauchen energie- und proteinreiches Kraftfutter. Dieses wächst grösstenteils auf Ackerland, teils im Ausland: Bei Rindvieh, Schafen und Ziegen liegt der Importanteil des Futters unter 10 Prozent, bei Schweinen bei rund der Hälfte, bei Geflügel bei rund drei Vierteln (Baur & Krayer 2021, Daten 2016–2018). Fällt das Ackerfutter weg, verlieren Schweine und Geflügel ihre Futtergrundlage, Wiederkäuer dagegen kaum. Drei unabhängige Schweizer Studien zeigen dasselbe Muster: FiBL/ETH (2025) und die AgroCheck-Analyse (Bosshard 2025) beziffern den Rückgang bei Schweinen und Geflügel auf rund 90 Prozent; die Agroscope-Studie Probst et al. (2023) erhält denselben Trend, mit praktisch verschwindendem Geflügel und mindestens halbiertem Schweinebestand. Bei den Rindern ist das Bild geteilt: Der Milchkuhbestand bliebe fast unverändert (rund minus 13 Prozent), die weniger effiziente Mutterkuhhaltung ginge um rund drei Viertel zurück. Das relativiert das Grasland-Bild, ohne es aufzuheben: Für die graslandbasierte Milchproduktion trifft es zu, für den grössten Teil des konsumierten Fleisches, Schweine- und Geflügelfleisch, kaum. Die Werte sind Modellergebnisse und beschreiben ein technisches Potenzial, keine Prognose.